Samstag, 6. September 2008Down to Mexico (Chapter 2)
Hotel...Frühstück...Mexico City
An noch mehr Menschenmassen vorbei, bahnten wir unseren Weg in Richtung Parkhaus, wo wir von gurgelnden amerikanischen Vans abgeholt und von denen wir zu einem Hotel namens Bamer gebracht wurden, in der Avenida Juarez. Ich habe heute immer noch ein Stück Seife, das ich dort geklaut habe. Die Fahrt vom Flughafen dauerte nicht lange. Der Berufsverkehr war schon vorbei und so waren wir wahrscheinlich eine Viertelstunde unterwegs, quer durch die Stadt, bis wir das Hotel erreichten. Während der Fahrt verlor ich aufgrund zu vieler Eindrücke die Orientierung, konnte im Hotel aber feststellen, dass wir uns direkt im Zentrum der Stadt befanden. Das Hotel war für mexicanische Verhältnisse sehr gut. Bei unserem finanziellen Rahmen hatte ich zumindest mit Schlimmerem gerechnet. Wie ich inzwischen herausgefunden habe, hat das Hotel Bamer nur einen einzigen Stern. Aber wie gesagt, wir waren mitten in der Stadt, die Zimmer und der Rest des Hotels waren sauber (bis auf das hintere Treppenhaus) und wir hatten sogar ein Frühstück und das alles zu einem sehr angenehmen Preis. Am nächsten Morgen sollte sich aber herausstellen, dass das Frühstück ohne anständigen Kaffee keinen Spaß macht. Der Kaffee schmeckte irgendwie wässrig und auch ein wenig nach Tee. Später tranken wir nur noch Espresso, der zwar auch nicht wie richtiger Espresso schmeckte, aber wenigstens eher nach Kaffee als der Kaffee. Ansonsten war das Frühstück bestens. Toast, Marmelade und vor allem viel Früchte. Mangos, Papayas, Melonen, Orangen. Nachdem wir also ausgiebig gegessen hatten, gingen wir in die Stadt. Es war neun Uhr am Morgen und schon wieder versprach es ein heißer Tag zu werden. Wir machten uns auf den Weg Richtung Zocalo, dem großen Platz vor dem Präsidentenpalast. Der Weg dorthin war nicht lang und er vermittelte uns erste Eindrücke von Mexico City. Hupende, weiß-grüne VW-Käfer Taxis, Straßenstände mit Essen und Früchten. Natürlich auch für Mega-Cities obligatorisch, McDonald’s, Burger King, Dunkin’ Donuts, alle in der Avenida Juarez, die uns direkt auf Zocalo führte.
Down to Mexico (Chapter 2) Geschrieben von Doctor Casino
in Down to Mexico... um
20:34
Kommentare (0) Trackbacks (0) Dienstag, 26. August 2008Down to Mexico (Chapter 1)
Landung in Mexico City...und ein Zwischenfall bei der Zollabfertigung
Nach durchzechter Nacht flogen wir also nach Mexico. Das gelobte Land. Der Lufthansa-Jumbo nahm uns für die nächsten zwölf Stunden in seinem gigantischen Rumpf auf. Mein Kumpel Tobsen schlief nach dem Start auf der Stelle ein und sollte auch erst wieder in Stunden erwachen. Ich wünschte er wäre noch wach geblieben oder ich wäre an seiner Stelle eingeschlafen. Denn während er schlief, hatte ich eine nette Plauderei mit einem verrückten pakistanischen Geschäftsmann, der mit irgendwem den Platz getauscht hatte und deshalb den ganzen Flug über neben mir saß. Ich weiß nicht genau was er machte, aber es musste wohl irgendwas verdammt wichtiges sein, so wie er mit all seinen Gliedmaßen den paki-englisch-deutschen Erzählungen Nachdruck verlieh. Ich hoffte, er würde vielleicht irgendwann mal aufhören zu reden, doch erst als es etwas zu Essen gab, stellte er seine Suaden endlich für kurze Zeit ein. Und dann kam der Film, der ihn förmlich zwang, ruhig auf seinem Platz sitzen zu bleiben. Gott sei Dank, dachte ich mir unentwegt, als der Film gezeigt wurde, dessen Titel oder Inhalt ich heute nicht mehr kenne. Ich war ziemlich aufgeregt. In zehn Kilometer Höhe war ich nach Mexico unterwegs. Zum ersten Mal in einem Flugzeug, zum ersten Mal die Grenzen Europas verlassen. Eine Mischung aus Euphorie, Angst und unglaublicher Neugier machte sich breit. Ich konnte es kaum erwarten. Wir landeten gegen 18:30 Uhr Ortszeit in Mexico City, auf dem Aeropuerto Internacional Benito Juarez, der auf den Bändchen am Gepäck nur mit MEX gekennzeichnet war. Der Flughafen war voller Leute, die mit Schildern ankommende Gäste oder Heimkehrer in Empfang nahmen. Der Abend war zwar schon fast angebrochen, aber es war immer noch heiß. Der Schweiß lief mir in Strömen herunter und wir waren noch nicht mal an den Sicherheitskontrollen vorbei, hatten also noch nicht eingecheckt. Wir nahmen unser Gepäck entgegen und stellten uns in die lange Schlange der Zollabfertigung. Tobsen bekam nun ein wenig Angst, denn er hatte eine riesige Machete in seinem Reiserucksack und der bewaffnete Zollbeamte, der stichprobenhaft Gepäckstücke durchsuchte, sah nicht unbedingt freundlich aus. Eher als würde er gleich jeden einbuchten, der versuchte Unheil über sein Land zu bringen. Dann waren wir an der Reihe. Mich winkte er durch, meinen Kumpel ließ er seinen Rucksack öffnen. Ich sah uns schon in irgendeiner heruntergekommenen Polizeistation sitzen, el Commandante mit Zigarillo und den Füßen auf dem Schreibtisch. Er lacht über uns und murmelt irgendetwas auf spanisch. Ich sage immer nur „I want to have my attorney and the embassador, por favor! We are friends! We came in Peace!“ Aber er lacht nur immer weiter. Glücklicherweise war ihm die Machete aber egal. Ihn interessierten nur Früchte oder Tiere. Also bekamen wir einen Stempel in unsere Reisepässe und betraten schließlich mexicanischen Boden.
Down to Mexico (Chapter 1) Geschrieben von Doctor Casino
in Down to Mexico... um
13:19
Kommentare (0) Trackbacks (0) Samstag, 16. August 2008Prolog
Doctor Casino's Reise nach Mexiko wurde zum ersten mal auf seinem eigenen Blog (Memo from the Doctor's desk) veröffentlicht. Nach mehrstündigen Debatten und dem Hinweis, er solle seinen Vertrag mit dem Dude nochmals eingehend studieren, hat er dann doch erlaubt, die Geschichte auch hier zu veröffentlichen. Also, werte Leser, hier ist nun die Exklusiv-Story des Doctors in Mexiko. [Anm. d. Red.]
Also, wie gewünscht werde ich in der kommenden Zeit etwas über meinen dreiwöchigen Mexico Aufenthalt berichten. Doch zuerst möchte ich ein paar Dinge klarstellen. WIe es dazu kam, warum der Bericht nicht vollständig sein wird und warum ich Mexico mit "c" schreibe. Letztere Frage ist einfach beantwortet. Ich schreibe Mexico, wie die Einheimischen es schreiben. Sie sprechen es auch anders aus. Das "x" so ähnlich wie bei uns ein "ch", nur noch stimmloser (?, ach sollen sich doch die Phonetiker drum kümmern). Und wenn sie Mexico aussprechen, dann klingt das nach Stimmung, Party und Lebensfreude und auch ein wenig Stolz. Das gilt übrigens auch für andere Länder. Alemania, wie sie zu Deutschland sagen, hört sich auch viel fröhlicher an, als wenn ein Deutscher über sein Heimatland spricht. Muß wohl mit der spanischen Sprache und der vielen Sonne in Mittel- und Südamerika zu tun haben. Es ist inzwischen schon fast fünf Jahre her und meine Reisetagebücher sind teilweise schlampig oder auch gar nicht geführt, deshalb wird es schwierig werden mich an alle EInzelheiten zu erinnern. Dazu gehören Orte, Personen, Zeiten. Aber für die Nacherzählung dieser Reise eigentlich auch nicht sonderlich wichtig. Ich fand Mexico schon immer faszinierend und als eine große Jugendorganisation eine riesige Veranstaltung in Mexico mit ca. 5000 Teilnehmern ankündigte, mußte ich dabei sein. Im Sommer ging es dann los. Es war ungefähr Mitte Juli, als ein Kumpel und ich das Flugzeug von Stuttgart nach Frankfurt bestiegen, um uns noch am Abend mit anderen Menschen aus ganz Deutschland zu treffen und am nächsten Tag unsere Reise nach Mexico anzutreten.
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